gelangweilt und ein bisschen stinkig sitzt der poups am küchentisch vor seinem aufgewärmten essen.
toll. wenn ich mal lust habe mit den anderen zu essen, ist keiner da.
aber ich bin es ja gewohnt,
es ist ja fast nie jemand da, der mit mir isst.
und sonntags machen sie dann auf familienleben.
schön gemeinsam essen und den tag zusammen verbringen.
als hätte ich da nichts besseres vor. aber nein.
der poups ist genervt. von der besten freundin.
was ist denn mit der heute los. schrecklich.
total überdreht und mit einem dauergrinsen
rennt sie von einem zum andern und labert jeden voll.
das ist doch nicht normal.
die denkt bestimmt wieder,
dass sie besonders cool sein muss,
weil irgendwelche schulprinzessinnen hier sind.
das ist doch totaler blödsinn.
sie ist doch viel netter, wenn sie einfach so ist, wie sie ist.
es ist schon nachmittag.
der poups gammelt den ganzen tag vor dem fernseher rum,
isst pizza, trinkt cola und legt die füße auf den tisch.
endlich bin ich mal alleine.
ohne nervigen kleinen bruder,
meckernde eltern, bellenden hund.
ach ist das schön, krank zu sein.
zumindest so krank, dass ich leider nicht mit aufs familienfest fahren konnte.
ich will ja niemanden anstecken.
und ich glaube da wäre ich erst richtig krank geworden.
vor langeweile und aufdringlichen verwandten,
die immer alles ganz genau wissen wollen.
da ist so ein sonntag doch vieeeeel besser.
wie wäre es, wenn ich nicht mehr da wäre.
würde mich jemand vermissen.
wer würde mich vermissen.
würde überhaupt jemandem auffallen,
dass ich nicht mehr da bin.
und wie komme ich überhaupt auf solche gedanken.
gemeinsam sitzt der poups mit der familie am tisch und ist kuchen.
und auch wenn der poups kuchen liebt,
würde er jetzt lieber wieder in sein zimmer verschwinden.
mama und opa diskutieren mal wieder über mich und was wohl aus mir wird.
muss das sein, wenn ich daneben sitze.
anscheinend schon.
auf jeden fall regt mama sich mal wieder auf,
weil opa angeblich immer auf meiner seite ist.
ist ja auch richtig so.
immerhin einer.
aus mir soll etwas anständiges werden.
nicht irgendwas ohne zukunft.
sie meint wohl eher, nicht irgendwas das sie nicht will.
ich mache eh was ich will.
ob es heute fotografin, morgen rennfahrerin,
übermorgen bäckerin oder ganz was anderes ist.
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heute ist der poups müde.
trotzig müde, motzig müde, kuschelig müde.
ich will nicht aufstehen. noch nicht.
im bett ist es so schön warm.
außerdem… weiß ich nicht. ist mir auch egal.
ich will nicht, nein ich hab einfach keine lust.
manchmal frage ich mich ja, ob es wirklich so toll ist erwachsen zu sein.
zumindest, wenn ich mir so manchen erwachsenen anschaue.
irgendwie lachen die nicht so viel.
und sie sehen oft nachdenklich aus.
oder traurig.
oder einfach nur schlecht gelaunt.
muss man mehr nachdenken, wenn man älter wird,
oder machen erwachsene das leben komplizierter als es ist?
der poups steht am fenster und beobachtet den umzugswagen,
der gerade vor fährt.
wie wohl die neuen nachbarn sind.
hoffentlich sind sie nett.
na ja. ist ja eigentlich egal.
hauptsache ich hab nicht so viel mit lennart zu tun.
was meine eltern aber bestimmt ganz toll fänden.
sonst hätten sie mir nicht schon gesagt wie er heißt und wie nett er ist.
würg.
und hoffentlich geht er nicht auf meine schule.
hab nämlich keine lust nett zu sein, nur weil wir nachbarn sind.
oh neee. wie sieht der denn aus. total der angeber.
da hab ich ja gar keine lust drauf.
suuuper.
na das wird ja toll.
der block zum mitschreiben liegt schon bereit.
fehlt nur noch frau mama
in der rolle der hauswirtschafts-lehrerin.
der arme poups kennt dieses prozedere nur zu gut.
ich frage mich was das soll.
wir leben doch nicht mehr im mittelalter.
meine mutter denkt aber immer noch,
dass die frau hinter dem herd steht und der mann das geld nach hause bringt.
womit habe ich das verdient.
ich bin keine hausfrau und werde nie eine werden.
und so einen typen will ich eh nicht, der auf die pantoffelnummer steht.
wann kapiert sie das endlich.
oh man, wie mich das hier gerade alles annervt.
können die nicht einfach mal ruhig sein.
ich bin genervt. von allem und jedem.
also geht mir lieber aus dem weg.
ich kann für nichts garantieren.
ich finde mich sogar selbst unerträglich.
manchmal braucht auch der poups, der sonst so selbstbewusst,
eigenständig, trotzig und motzig ist, seine streicheleinheiten.
dann ist der poups soooo lieb und süß. einfach nur zum knuddeln.
ja, ich bin lieb. und ich bin glücklich.
ich bin anhänglich, und ich könnte die welt umarmen.
Ich könnte sogar losheulen vor glück.
Einfach so. Wahnsinn.
da steht er der poups und fragt sich,
warum der kleine bruder seine strumpfhosen haben will.
und dann auch noch, ob lieber die blonde oder die braune.
oder doch vielleicht rot.
das weiß ich doch nicht. und wofür überhaupt.
der kleine bruder schnappt sich die braune strumpfhose
und verschwindet in seinem zimmer.
pech für ihn, dass er die tür einen spalt offen gelassen hat.
da steht er, der kleine bruder. mit brauner strumpfhose auf dem kopf.
schnell ein beweisfoto machen. man weiß ja nie.
aber der poups muss schon zugeben,
er sieht aus wie ein richtiges mädchen mit wunderschönen braunen zöpfen.
endlich darf poups mal wieder bei der besten freundin übernachten.
das wird bestimmt cool.
vor allem weil die beste freundin einen fernseher in ihrem zimmer hat.
und ihren eltern ist es auch egal, wie lange wir wach bleiben.
man ist das toll.
solche eltern hätte ich auch gerne.
wobei, manchmal sind meine auch gar nicht so schlecht.
ich bin d`badman.
der poups hat hunger. groooßen hunger.
eingekuschelt in die bettdecke
sitzt der poups am küchentisch und schmollt.
ich weiß nicht was ich essen will.
aber ich hab hunger. am liebsten hätte ich eine küchenfee,
die mir alles bringt, was ich will.
nur was ist alles was ich will?
der poups rennt durch den flur und macht die wohnungstür auf.
draußen stehen oma und opa. die hände voll mit geschenken.
was da wohl für mich dabei ist.
bestimmt was gutes.
opa hat immer die besten geschenkideen.
vor allem sind die nicht so mädchenmäßig.
oma will ja immer ein braves mädchen aus mir machen.
sie hat einfach noch nicht erkannt,
dass ich das nicht bin und auch gar nicht sein will.
da sind sie sich so ähnlich, oma und mama.
es ist ja nur ein traum. ich weiß.
trotzdem war er blöd.
und jetzt habe ich schlechte laune.
und irgendwie krieg ich die auch nicht weg.
warum nur.
will ich überhaupt, dass sie weg geht.
und warum denke ich andauernd darüber nach.
ich glaube ich brauche aufmerksamkeit.
kopfschüttelnd steht der poups da und schaut den kleinen bruder an.
der spinnt doch. lässt sich immer was neues einfallen.
oder ist er einfach nur schlau.
ich wette er schafft es wieder sich vor der arbeit zu drücken.
zappelnd liegt der kleine bruder in der küche auf dem fußboden.
ich kann nicht, ich würde euch ja gerne helfen, aber ich kann nicht.
ich bin ein armer armer käfer,
der auf den rücken gefallen ist und jetzt leider nichts mehr machen kann.
und dabei grinst er auch noch wie ein honigkuchenpferd.
echt ätzend.
der poups rollt seine augen.
ich fasse es nicht. er kommt mit dieser nummer wirklich durch.
statt ihm in den hintern zu treten wird auch noch die videokamera geholt,
um das schauspiel zu filmen.
oh wie lustig.
tür zu. kopfhörer auf.
musik gaaanz laut aufdrehen.
der poups ist genervt.
von seinem kleinen bruder.
immer muss ich ihn mitnehmen. überall hin.
und immer muss ich für ihn da sein.
kleiner bruder hier, kleiner bruder da.
der braucht gar nichts zu machen und er geht mir auf den kecks.
kann er sich nicht unsichtbar machen.
oder nein. lieber wäre ich unsichtbar.
ach wie schön wäre es, nicht nachdenken zu müssen.
manchmal ist das ganz schön anstrengend.
sogar so anstrengend, dass ich kopfschmerzen bekomme.
es müsste einen lichtschalter geben. zack, gedanken aus. fertig.
aber nein, die kommen immer wieder. ohne zu fragen.
und manchmal so viele gleichzeitig,
dass ich überhaupt nicht mehr klar denken kann,
und auch niemandem erzählen kann, was in meinem kopf passiert.
manchmal hat es der poups wirklich faustdick hinter den ohren.
und manchmal geht es auf kosten des kleinen bruders.
wie wäre es, wenn ich ein bisschen zahnpasta im waschbecken verteile.
und das nicht mit meiner zahnbürste.
so. jetzt nur noch dem kleinen bruder sagen, dass er ins bad kann.
und dann natürlich mama zufällig reinschicken.
sonst ist ja der spaß umsonst.
das hat er davon, wenn er denkt, er könnte mich veräppeln.
außerdem krieg eh immer ich alles ab.